Eh yes! Her mother tongue being German if you want to read the text in French version it will be necessary to order the book Weather Report. I know you are reading an english page and I am talking about a german text and its translation in french. I tell it is a global world. But I can say to you that it speaks about Ireland.....
Irland - grüne Insel im schwarz-weissen Kleid
Plötzlich stehen sie vor der Besucherin - der alte Mann und sein Pferd - aus dem Nichts aufgetaucht. Das Nichts besteht aus steinigem Grund, einigen wilden Blumen und Himmel - bis zum fernen Horizont von Connemara. Neugierig blicken Mann und Pferd, beide gezeichnet von der wilden Landschaft und der Einsamkeit, die oft so schön ist und manchmal so hart. Der alte Mann hat immer schon hier gelebt und will hier sterben, auch wenn die Jungen wegziehen, angezogen vom Lärm und der Geschäftigkeit der grossen Städte.
Er dagegen ist vom Dschungel der Grossstadt in die Einsamkeit geflohen. EinVietnam-Veteran, der seit mehr als zwanzig Jahren in dem kleinen Dorf an Irlands Westküste lebt. Jeden Abend betrinkt er sich in einem der beiden Pubs, eingelullt von Dobhran und dem melancholischen Lied über die junge Frau, die ihrem Geliebten nachtrauert, der in Amerika sein Glück sucht. Er - der Amerikaner - ist nach Irland gekommen, um zu vergessen, um Frieden zu finden
Dabei sind die Toten nicht weit. Gleich auf der anderen Seite der Grenze, in Nordirland, fallen immer wieder Schüsse, explodieren Bomben. Südwestlich von Dublin liegt der alte Friedhof dagegen still da. Die Sonne kämpft sich durch die schwarzen, schweren Gewitterwolken, einzelne Strahlen fallen durch das keltische Kreuz, das moosbedeckt und verwittert dasteht. Das Gras auf den Hügeln glänzt vom gefallenen Regen, die Bäume wiegen im Wind, der sanft über sie streicht - ein letzter Gruss, bevor es dunkel wird über den Wicklow-Mountains.
Wild spritzt die Gischt an den Klippen hoch, bevor sich das Meer wieder zurückzieht, um Sekunden später mit noch mehr Wucht gegen die schwarzen Felsen zu schlagen. Alle Mächte scheinen sich versammelt zu haben, um an den steil abfallenden Küsten von Slea Head einen Wettkampf abzuhalten. Die schwarzen Felsen weichen kaum. Seit Jahrhunderten stehen sie standhaft in der Brandung. Weder Wasser noch Wind mochten sie zu besiegen. Die Sonne gibt ihnen immer wieder Kraft und lässt die schwarze Felsmasse im gleissenden Licht glitzern.
Wieder ein Pferd und ein alter Mann. Allerdings sieht das Pferd nicht so aus, als ob es den alten Gladiatoren-Wagen weit ziehen könnte. Zottelig steht es da, schaut kaum auf die Gästeschar, die sich von der Fähre auf die Insel ergiesst. Die Gäste streifen Pferd, Wagen und den alten Mann mit einem Blick und wenden sich dann den Kleinbussen zu, in denen sie die grösste der Arran-Inseln erkunden wollen. Der alte Mann fährt zuletzt mit vier jungen Leuten los. Er erzählt von der Erde, die zuerst herbeigeschaffen werden musste, bevor überhaupt etwas wachsen konnte, auf dem steinigen Grund der Insel. Die Steine umrahmen jetzt aufgetürmt die kargen Grasflächen, wo sich einzelne Kühe und Pferde tummeln.
Die schwarz-weissen Kühe trotten gemächlich hintereinander der Strasse entlang - der sintflutartige Regen scheint sie kaum zu stören. Das Unwetter ist mit Wucht über das Dorf im Norden der grünen Insel hereingebrochen. Aus den aufgetürmten, schwarzen Wolken hat es sich entladen. Da helfen weder Scheibenwischer noch Regenanzug. Den Kühen ist es egal. Sie haben sich an die Wetterkapriolen gewöhnt. Zu Recht. Fünf Minuten später ist der Spuk vorbei, erste Sonnenstrahlen brechen durch die Wolkenschicht. Und bald erinnert am blauen Himmel nichts mehr an die Sintflut. Einzig das Gras glitzert - nass in Erinnerung an das Geschenk von oben.
Die Ruine steht trotzig da - ihre dicken Steinmauern nur noch zum Teil gegen den Himmel reckend. Sie erzählt von früheren, harten Zeiten. Die Geschichten von Hunderttausenden, die dem Hunger entfliehend eines der Schiffe Richtung Verheissung, Richtung Amerika bestiegen. So blieben Schlösser, Häuser und Ställe zurück, vewitterten, zerfielen, verschwanden. Die standhafteren unter ihnen zeugen heute vom Gestern. Zusammen mit Zeitzeugen aus noch früherer Zeit, der Zeit der Kelten, Wikinger und Normannen.
Steinkreise, Dolmen und alte Grabstätten ziehen Einheimische und Touristen immer wieder magisch an. Sie erzählen ebenfalls Geschichten, von Kriegen und Frieden, von Familienclans, fruchtbaren und kargen Zeiten. Und sie sind erste Zeugen einer langen Religionsgeschichte.
Die einflussreiche katholische Kirche ist allgegenwärtig. Mit den typischen Steinkirchen, den Klöstern und den Madonnen-Statuen, die oft die kleinsten Strassen im entlegensten Zipfel des Landes säumen. Am Sonntag schläft die Insel - kaum ein Geschäft, geschweige denn eine Tankstelle ist offen. Der Sonntag ist heilig - gehört dem Kirchengang, dem Beisammensein und dem Gebet.
Und trotzdem besteht er weiter. Der Glaube an die Mystik, die Elfen und Sagengestalten ist in Irland nicht zu zerstören. Kein Wunder - in der kargen Landschaft in der Mitte des Landes finden Geister schnell Zuflucht. Im fast tropisch anmutenden Süden sind Elfen und Sagengestalten leicht vorstellbar. Und an den langen Winterabenden im Pub werden die Geschichten weitergegeben an die nächste Generation, an Freunde und Fremde gleichermassen.
Die Geschichten finden ihren Weg vom Land in die Stadt, von Irland nach Amerika - ins Land, wo so unzählige Iren ihr Glück versuchten und immer noch versuchen. Aber irgendwann zieht es sie wieder zurück auf ihre Insel. Die Insel, auf der sich keltische Kreuze und katholische Klöster, Regierungspräsidentinnen und Schriftsteller, Musiker und Pferdenarren treffen.